Ginkgo und Glück

Am Krankenhaus Bergmannstrost in Halle steht ein wundersamer Baum. Kaum jemand scheint ihn zu bemerken. Kaum jemand scheint zu wissen, welche Kraft in ihm steckt. Doch er ist da.

Als ich 2014 am Abend vor meiner Kopf-Operation noch einmal das Krankenhaus verlasse, um durchzuatmen, fällt er mir auf. Ich gehe durch diesen kleinen Garten, der zum Krankenhaus gehört, da steht er. Ein Ginkgo-Baum. Eine kleine Tafel vor dem Baum erklärt mir etwas Wunderbares. Ginkgo-Bäume überleben Katastrophen!

Als die USA 1945 mit einer Atombombe die japanische Stadt Hiroshima fast auslöschten -trotzte eine Baumart diesem Vorhaben – der Ginkgo-Baum. Wie ein Symbol für Kraft und den Willen zu überleben, ist Hiroshima wieder augebaut worden.

Ich habe mir an diesem Abend auch gewünscht zu überleben. Als ich nach der OP wieder augewacht bin, habe ich mich nicht nur bei den Ärzten bedankt, sondern auch beim Baum. Und ich habe eins begriffen. Selbst ein Ginkgo-Baum verliert im Herbst seine Blätter. Doch sie wachsen im Frühjahr wieder. Ginkgo und Glück fangen beide mit G an.

Manchmal besuche ich meinen Glücksbaum. Da muss ich gar nicht Patientin sein. Jüngst war ich wieder dort. Diesmal als Reporterin. Der Baum hat mir geholfen, die Angst vor Krankenhäusern zu überwinden. Ich habe zum Thema Adipositas recherchiert und gemerkt, dass man nicht nur Angst sondern auch Vorurteile besiegen kann. Vorurteile gegenüber dicken Menschen. Im Auftrag des MDR habe ich Menschen begleitet, die unter ihrer Körperfülle leiden und etwas dagegen tun wollen.

Der Fernsehbeitrag mit dem Titel: „Schlank dank OP? Umstrittener Trend und letzter Ausweg“ – ist am 10.10.2018, 20:45 Uhr in der Sendereihe: „Exakt – die Story“ ausgestrahlt worden. Dauer: Eine halbe Stunde.

Wenn ich Sie neugierig gemacht habe, schauen Sie mal rein! Ein Jahr lang ist der in der Mediathek zu finden.

https://www.ardmediathek.de/tv/Exakt-die-Story/Schlank-dank-OP/MDR-Fernsehen/Video?bcastId=7545348&documentId=56812570