Der Blick aus dem Fenster

Als es mir im Krankenhaus richtig schlecht ging, hatte ich ein Ziel. Aufzustehen und zum Fenster zu kommen. Irgendwann habe ich das Fenster erreicht. Der Blick war die Belohnung. Es war dunkel, ich blickte auf eine Straße mit vorbeifahrenden Autos, hell leuchteten die Straßenlaternen und ich sah Häuser, in denen Licht brannte. Das ist im Allgemeinen wenig spektakulär. Aber für Kranke ist die Normalität etwas Wunderbares. Ich träumte mich zurück in diesen Alltag, stellte mir vor, wohnin die Reise der Autofahrer wohl ging, was es zum Abendbrot bei den Familien gab und verweilte glücklich und zufrieden in diesem schönen Moment.

Seitdem ist der Blick aus dem Fenster mein täglicher Begleiter. Ich entdecke immer etwas. Ob es ein Vogel ist, ein Spaziergänger mit Hund oder einfach ein Blatt, das vom Baum fällt. Dieses Innehalten gibt Kraft.

Und dann täume ich mich in Welten, die ich vielleicht nie selbst betreten werde. Doch irgendwie bin ich trotzdem dabei. Wer mitträumen möchte, dem empfehle ich den Internet-Blog eines ganz herzlich, sympathischen Freundes. Mein ehemaliger MDR-Kollege Danny Schreiter lebt seine Träume jetzt im AIDA-Team und lässt andere daran teilhaben: http://www.seensucht.blog

Ich wünsche viel Vergnügen!