Das Gute-Laune-Onko-Team

Es sind oft Menschen mit den schwersten Erkrankungen, die die lustigsten sind. Vielleicht liegt das ja daran, dass ihnen bewusst ist, wie wertvoll Leben ist und dass die Lebenszeit endlich ist. Das ist eine der positiven Nebenwirkungen von Krankheiten, wie ich finde.

Der 12. Krebsaktionstag im Universitätsklinikum Ulm am 20. September 2019 hat mir einmal mehr gezeigt, wie das geht. Da betritt man eine Welt, in der das böse Wörtchen Krebs mit all den furchteinflößenden Fassetten die Hauptrolle spielt und plötzlich merkt man, das Leben kann auch mit Krebs schön sein.

Es geht nicht darum, sich gegenseitig zu bedauern. Es geht auch nicht darum, ist der eine schlechter dran als der andere? Krankheiten sind kein Wettbewerb. Für jeden sind Erkrankungen schlimm. Aber es geht darum: Wie kann ich mit dieser Erkrankung leben? Hilftsangebote sind Mutmachangebote.

Fußreflexzonenmassage, latainamerikanische Rhythmen, Make-up-Workshop, Kondtorei im Kaffeemobil zwischen Selbsthilfegruppen von A bis Z und Tanz – wer denkt da ans Krankenhaus? Genau mit solchen Erlebnissen hat das Pflegeteam der Medizinisch Onkologischen Tagesklinik die gut 400 Besucher des Tages überrascht.

Überrascht haben mich auch die Ärtze. Da gab es in den Vorträgen kein Fachchinesisch, da gab es keine Angstmacher. Im Gegenteil: Da wurde sich Zeit genommen für Fragen. Da wurden medizinische Behandlungsmöglichkeiten verständlich und auf Augenhöhe erklärt.

Zum Beispiel:

Die Leiterin der Palliativstation Dr. Regine Mayer-Steinacker hat klar gemacht, dass eine Palliativstation eben keine Sterbestation ist, sondern dass Krebs oft auch aufgehalten und geheilt werden kann.

Prof. Dr. Josef Beuth ist ein Wissenschaftler, der die Naturmedizin auf Herz und Nieren prüft. Als Leiter des Institus zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Uni Köln hat Josef Beuth erklärt, wie Schulmedizin und Naturmedizin bestens miteinander harmonieren können.

Nicht zu vergessen, die beiden Seelsorger des Universitätsklinikums Ulm –  Pfarrer Martin Enz (evangelische Klinikseelsorge) und Pfarrer Andreas Meyer (katholische Klinikseelsorge). Ich habe zwei Menschen erlebt, die sich jeder Patient nur wünschen kann – ob mit oder ohne Religionszugehörigkeit. Einfach mit viel Wärme und Aufgschlossenheit im Gepäck. Da kann es passieren, dass Patienten schon mal Schokolade oder Eis von ihnen ans Bett gebracht bekommen. Und Andreas Meyer ist zudem ein guter Witze-Erzähler. Erinnern Sie ihn daran!

Und nicht zuletzt habe ich mich riesig gefreut, dass zu meinem Eröffnungs-Vortrag: „Humor gegen Tumor – wie eine positive Lebenseinstellung jede Therapie unterstützt“, mehr als 100 Menschen gekommen sind. Danke für die angenehmen Gespräche bei meiner Mutmach-Lesung! Ich weiß, wir haben uns gegenseitig gut getan.

Großes Dankeschön an das Team der Medizinisch Onkolosichen Tagesklinik des Universitätsklinikums Ulm, dass ich diesen Tag moderieren durfte. Mir ist kein anderes Krankenhaus bekannt, in dem ein Pflegeteam so einen Tag aus eigener Kraft organisatorisch stemmt.

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